Berufsbild: Social Media Manager

Aktualisiert: 10. Aug.

Für Social Media Manager gibt es kein einheitlich definiertes Berufsbild. Die Reichweiten der Social Media Plattformen haben sich schneller entwickelt und damit auch die Chancen für das Marketing als die Entwicklung des eigentlichen Berufsbildes.





Hier vorweg die wichtigsten Aufgabenbereiche eines Social Media Managers in der Übersicht.

  • Strategie

  • Change Management/ Überzeugungsarbeit

  • Content Management/ Koordination sämtlicher Social-Media-Aktivitäten

  • Qualitätssicherung der Inhalte

  • Community Management

  • Monitoring/Reporting

Während große Unternehmen die Möglichkeit haben, ein komplettes Team für die genannten Aufgabenbereiche zu beschäftigen, laufen in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) die Social Media Aktivitäten oft über einen Schreibtisch – und das auch noch neben den klassischen Marketing-Aufgaben. Selbstständige erledigen Social Media oft on top - neben dem eigentlichen Business.


Social Media Manager vs. Community Manager

Aus dem Community Manager hat sich Mitte 2008 das Berufsbild des Social Media Managers heraus gebildet. Hier die heutige Differenzierung zwischen den Bezeichnungen:

  • Die Arbeit des Social Media Managers bezieht sich auf die strategische Ausrichtung aller Social Media Aktivitäten - sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens. Er ist Dreh- und Angelpunkt sämtlicher Aktivitäten auf ausgewählten Plattformen, plant, koordiniert und überprüft sämtliche Maßnahmen.

  • Der Community Manager steht dagegen in vorderster Front im direkten Dialog mit den Followern und Abonnenten. Er gibt dem Unternehmen ein Gesicht, er agiert als Markenbotschafter. Er beobachtet und moderiert Interaktionen und lenkt bei Krisenkommunikation und Shitstorms ein. Der Community Manager kennt seine Community, stellt relevanten Content und Events ein.

So die Theorie und Definition des BVCM (Bundesverband Community Management e.V.).

Der BVCM besteht aus ca. 350 Mitgliedern, die aus der Praxis stammen und sich auf die Fahne geschrieben haben, das Berufsbild des Community bzw. Social Media Managers zu professionalisieren und die jeweiligen Aufgabenbereiche detailliert zu beschreiben.

Das Berufsbild des Social Media Managers

Beschreibung der Aufgabenbereiche

Strategie: Je nach Social Media Status im Unternehmen gehört zur Social Media Strategie ein internes Audit, die Analyse der jeweiligen Plattformen mit Zielgruppenausrichtung und die Evaluation der Ressourcen. Hier werden Ziele und Kennzahlen definiert, an denen sich die Strategie und die Inhalte orientieren.


Change Management: Im Change Management wird die Basis geschaffen. Der Change Manager unterstützt die jeweiligen Abteilungen im Unternehmen. Oft müssen sie noch Überzeugungsarbeit leisten und Prozesse aufsetzen, damit die Social Media Beteiligten den richtigen Input aus den Abteilungen bekommen.


Content Management und Koordination sämtlicher Aktivitäten: hier entstehen die Redaktionspläne. Hier werden die passenden Creatives erstellt - immer passend zum jeweiligen Kanal und zur Zielgruppe.


Qualitätssicherung: Diese Aufgabe ist besonders wichtig, wenn Agenturen mit der Contenterstellung beauftragt werden. Vergibt man diese Aufgabe an Externe, sind eine oder mehrere Abstimmungsrunden erforderlich. Die Freigabe muss von Mitarbeitern des Unternehmens kommen.


Community Management: Der Community Manager hat - wie schon oben beschrieben - die Interaktion, das Engagement im Blick. Er/sie agiert als Moderator/in und beantwortet Fragen, reagiert auf Anregungen usw. Er/sie kann am besten beurteilen, ob sich aus einer Beschwerde ein ausgewachsener Shitstorm entwickelt und verhindert diesen im günstigsten Fall. Er/sie hat also eine Schnittstellenposition.


Monitoring: Hier werden die Social Media Aktivitäten beobachtet und bewertet. Je mehr gemessen wird, desto genauer können die Ziele bewertet werden. Einige machen dies händisch und schreiben Interaktion und Engagement in Exceltabellen. Andere nutzen spezielle Tools.


Anforderungsprofil

Der BVCM hat zusammen mit Praktikern aus dem Social-Media-Umfeld und HR-Spezialisten ein Kompetenzmodell entwickelt. Welche Kompetenzen müssen Social Media Manager mitbringen.

  • Fachliche Kompetenzen: Hier geht nicht nur um Branchenkenntnisse des jeweiligen Unternehmens. Als Social Media Manager sollte man sich mit allen gängigen sozialen Netzwerken bestens auskennen und auf dem neuesten Stand sein. Darüber hinaus sollte der Bewerber solide Kenntnisse im Marketing (Zielgruppen/Kundenaufbau, Marketingkonzeption, Kampagnenumsetzung), Online Marketing (SEM) und Public Relations (Reputation Management, Influencer Relations) mitbringen. Sicherlich auch von Vorteil: Unternehmensstruktur/Strategie, Allgemeinwissen, Online Recht, IT-Kenntnisse, Webtechnologien, Webanalyse (Reporting/Monitoring), Web-Engineering (Usability, User Experience).

  • Methodenkompetenzen: Organisation, Präsentation, Moderation, konzeptionelle Fähigkeiten

  • Persönliche Kompetenzen: Webaffinität, Offenheit, Leidenschaft/Spaß am Netzwerken, Lernbereitschaft, Kreativität, Belastbarkeit, Flexibilität.

  • Soziale Kompetenzen: Teamfähigkeit, kommunikative Kompetenz, Empathie

  • Führungskompetenzen: Durchsetzungsvermögen, Entscheidungskompetenz, Projektmanagement

Ausbildung zum Social Media Manager

Bisher gibt es in Deutschland keine genormte Ausbildung zum Social Media Manager. Studiengänge in Kommunikationswissenschaften, Unternehmenskommunikation, Medienmanagement, Marketing und Betriebswirtschaftslehre sind aber eine gute Basis für eine Junior-Position.

Darüber hinaus gibt es ein großes Angebot an Weiterbildungen, E-Learning-Plattformen oder Spezialisierungen. Selbstredend, dass ein Angebot wie „in drei Tagen zum Social Media Manager“ nicht zu den seriösen Angeboten zählt. Bei Anbietern wie die OMR oder SMA liegt man aber richtig, denn die Referenten kommen aus der Praxis und können durch Kampagnen ihrer Kunden Best Practices liefern.

Beim Verband BVCM kann man sich zertifizieren lassen, wenn man schon einige Jahre Praxis mitbringt. Auch die IHK bietet einen 14-tägigen Intensiv-Kurs mit abschließendem Zertifikat an. Das könnte gehen, wenn man schon einige Jahre learning by doing mitbringt. Für Anfänger finde ich 14-Tage auch sehr sportlich. Schau einfach in das Angebot der IHK in deiner Nähe.

Die Fachhochschulen in Köln bieten verschiedene Studiengänge und Zertifikatslehrgänge zum Socia Media Manager an. Ob in Präsenz- oder Remotelehrgängen gibt es neben einem Theorieteil auch Einblicke aus der Praxis. Die THM (Technische Hochschule Mittelhessen) in Gießen bietet einen Bachelorstudiengang Social Media Systems an. Hier handelt es sich um ein sechs-semestriges Vollzeitstudium.


Egal für was man sich entscheidet, erst in der Praxis sammelt man die entsprechenden Erfahrungen.


Hier eine tolle Liste mit interessanten MOOCs (Massive Open Online Courses), Online Lernformate für Social Media Manager.


Fachblogs, Veranstaltungen, Barcamps

Darüber hinaus helfen und informieren Fachblogs, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ob neue Funktionen, Trends oder rechtliche Bestimmungen, in den Fachblogs werden alle aktuellen Veränderungen, Tipps und Trick kommuniziert. Es lohnt auf jeden Fall ein Blick in die bekannten Blogs. Eine Übersicht findet ihr in meinem Blogbeitrag ‚Die besten Social Blogger‘. Darüber hinaus zeigen News-Aggregatoren, welche Themen aktuell im Netz diskutiert werden. Praktisch, weil als RSS Feed möglich.


News-Aggregatoren

Aggregatoren bereiten digitale Medieninhalte auf und kategorisieren diese. Hier ein paar Beispiele.

  • Rivva (allgemeine News)

  • Buzzrank (Social Media News)

  • Google News (s. Rivva allgemeine Schlagzeilen)

  • Meedia (Digital Marketing News: praktisch: themenselektierte Pushnachrichten)


Veranstaltungen und Fachkonferenzen, Barcamps

Vielleicht habt ihr schon an der einen oder anderen Fachmesse oder Veranstaltung teilgenommen oder davon gehört. Es lohnt sich auf jeden Fall, das eine oder andere Event in deiner Nähe zu besuchen.

Die großen Fachmessen und Veranstaltungen finden auch 2021 COVID-19-bedingt entweder nur Online oder im kleinen Rahmen statt. Generell bieten die Messen aber ein buntes Potpourri aus Ausstellung großer (Facebook, Instagram, Google usw.) und kleiner Anbieter, ein tolles Schulungsprogramm mit Best Practices und einem netten Rahmenprogramm. Lohnt sich also immer :-)


Während die aufgezählten Konferenzen ein breites Portfolio an Vorträgen, Produktpräsentationen usw. bieten, handelt es sich bei den Barcamps um kleinere Veranstaltungen, bei denen es vor allem darum geht, sich aktiv mit einzubringen und mitzumachen. Barcamps ermöglichen einen intensiveren Wissensaustausch. Hier findet ihr eine Übersicht für die D/A/CH-Region.


Tipp: Schau doch mal, ob es einen Social Media Stammtisch in deiner Nähe gibt. Die Termine findet ihr auf der Webseite des BVCM oder auf der Facebook-Seite des Verbands.

Kennt ihr schon den Webmontag? Vielleicht ist das ein interessantes Format für euch.

Ihr seht, das Angebot ist unglaublich groß und bietet auch für bereits aktive Social Media Leute, die nicht zertifiziert sind oder eine adqäquate Ausbildung zum SoME-Manager haben, eine breite Palette. Und diese sind als Quereinsteiger durchaus sehr erfolgreich. :-)


Falls du über eine Fortbildung oder Zertifizierung zum Social Media Manager nachdenkst, folge mir gerne auf meinen Social Accounts Instagram, facebook, twitter.

Melde dich per E-Mail – ich freue mich, gemeinsam diesen Weg mit dir zu gehen, mich auszutauschen oder ein Netzwerk für Einsteiger aufzubauen.



Bildquellen: Pexels

Textquellen: Vivian Pein Social Media Manager Handbuch

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